Schöne Dinge- Mini Homestory Teil 1

Hallo liebe Leser,

in den vergangenen Tagen sind viele Besucher auf meinem Blog gewesen und das freut mich sehr. Es ist ja irgendwie ein wenig wie Tagebuch schreiben, in dem andere Menschen mitlesen. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass es da draussen in der Welt, wo auch immer, Menschen gibt, die ähnliche Ansichten haben wie ich, die schön finden, was ich schön finde. Die Interesse an der Waldpädagogik haben oder einfach nur die Liebe zur Natur teilen. Ich freue mich über jeden von Euch.

Was ich schreibe, kommt aus mir und von Herzen. Neulich las ich im Kundenmagazin einer großen Drogerie-Kette den Ausspruch eines Schauspielers und Kabarettisten: “ Ich bin kein Intellektueller, aber ich mache mir meine Gedanken“. Das hat mir gut gefallen und würde ich auch mir zuordnen können. Mir ist wichtig, dass ein Mensch sein Herz am rechten Fleck hat( aber bloss nicht rechts im Sinne von Politik! ) und über einen gesunden Menschenverstand verfügt. Da ist der Schulabschluss nebensächlich.

Ich habe festgestellt, dass Menschen, die sich regelmässig in der Natur aufhalten und bewegen, gesünder sind an Körper und Geist. Ich behaupte, dass das Grundproblem der Menschheit ist, dass sie sich zu weit von der Natur, von ihren Wurzeln entfernt hat und sich allzu viel mit Ersatztätigkeiten aufhält. Wir spüren nicht mehr immer, in was wir eigentlich eingebunden sind. Würden wir es spüren, wären wir nicht permanent damit beschäftigt, unsere Lebensgrundlage zu zerstören. Würden wir uns als Teil der Schöpfung begreifen, täten wir dies nicht. Ich bin politisch interessiert, nehme mein Grundrecht der freien Wahl auch wahr, weil ich es zu schätzen weiss, aber bin politisch aktiv lieber in meinem eigenen, kleinen Rahmen. Die Arbeit mit den Kindern im Wald ist mein Beitrag. Ich verbinde damit die Hoffnung, als Multiplikator tätig zu sein und es diesen kleinen Menschen zu ermöglichen, sich der Natur nah verbunden zu fühlen, auch in der Zukunft.

Nun wird es hier aber langsam zu philosophisch, das wollte ich eigentlich gar nicht. Ich wollte Euch eigentlich einen kleinen Eindruck geben , mit welchen Dingen ich mich zuhause gern umgebe und da findet man selbstverständlich auch häufig Elemente aus der Natur. Fundstücke aus dem Wald und natürlich Blumen. Ich habe fast immer Blumen zuhause oder einen Strauß aus Waldgräsern. Ich finde Selbstpflückfelder toll. Leider gibt es kaum noch welche in unserer Gegend, weil häufig gepflückt wurde ohne dafür zu zahlen. Eine Bäuerin sagte mir, es sei sehr viel Arbeit und wenn dann für einen großen Strauß Sonnenblumen lediglich ein Euro in die Kasse geworfen wird, lasse sie ihren Mann doch lieber wieder Weizen auf der Fläche anbauen. Wie schade.

Im Wohnzimmer hängt ein Plakat , das Niki de Saint Phalle gestaltet hat. Die Künstlerin ist leider schon verstorben; sie hatte eine enge Partnerschaft mit der Stadt Hannover und ihre Nanas haben es mir angetan.

Daneben gibt es eingerahmte Bilder, die meine Kinder gemalt haben, als sie klein waren. Oft kombiniere ich Fundstücke vom Sperrmüll oder Flohmarkt mit selbstgebautem oder gebasteltem. Nur Paletten, die kommen mir nicht in die Wohnung. Ich habe alles gern offen, so wie das Regal in der Küche und mag auch, wenn es dann ein bisschen kramig aussieht.

Die Zeit läuft in der Küche auf einer Wanduhr aus Glas , auf der ein Apfel thront und auf meinem Küchenkalender tummelt sich ein Igel kurz vor dem Winterschlaf.

Dann gibt es da noch meinen Meditier-Frosch , der sich zu zwei Damen mit Perlenkettchen gesellt hat.

Auf Schilder mit Sinnsprüchen stehe ich genauso wenig wie auf Wand-Tattoos. Ein Schild allerdings durfte in unser Badezimmer einziehen, da es mir liebe Freunde  geschenkt haben und es mich morgens freut, beim Zähneputzen darauf zu schauen.

Bald wird herbstliche Deko in unsere Wohnung einziehen, natürlich auch wieder mit ganz viel Natur! Bis dahin, macht es Euch kuschlig, es wird stürmisch in den nächsten Tagen!

Eure Waldtochter

Hier nun noch ein Link zu Niki de Saint Phalle und Hannover: https://www.visit-hannover.com/Sehenswürdigkeiten-Stadttouren/Sightseeing/Sehenswürdigkeiten/Nanas

Erntedank im Wald

Reich gedeckt war unser Tisch im Waldkindergarten gestern beim Erntedankfest. „ Was habt Ihr mitgebracht? Wo wächst es? Was kann man damit machen?“ Die Kinder hatten verschiedene Ideen, wem man für die Ernte danken kann: Gott, dem Bauern, Mutter Erde…Die Waldkinder haben hierzu ihre ganz eigenen Ideen.

Eines der Kinder hatte sich im Gesicht mit Ornamenten geschmückt und sagte, sie wolle danken, dass es sie gibt. Und wem? „ Na, der Mutter Erde! Und Mama und Papa!“

Das ist es, was mich immer wieder in Staunen versetzt und glücklich macht. Die Kinder begreifen sich noch ganz intensiv als einen Teil des Ganzen, als Naturwesen . Ganz selbstverständlich lassen sie sich auf die Natur ein und fühlen sich eingebettet in den Kreislauf. Das ist ein großer Schatz und es liegt an uns Erwachsenen ihn zu hüten.

 

Die Kinder hatten beim Erntedank ihre Eltern , Geschwister und Großeltern eingeladen in den Wald zu kommen. Schon Tage vorher wurde im Spiel „ Waldsuppe“ gekocht. Nun waren sie emsig damit beschäftigt Kartoffeln, Möhren und Kürbis zu schneiden und auf dem Kocher entstand eine leckere Kürbissuppe für alle.

Ein Waldtheaterstück von der Zauberkartoffel wurde aufgeführt und Prinzessin Tausendschön musste dem Krokodil ihren rotbackigen Apfel wieder abluchsen.

 

Am Ende gab es noch ein  Fingerspiel, in dem es um das gemeinsame Handeln ging. Fünf Finger können nur zusammen einen Apfel heben, allein schafft es keiner von ihnen. Dem kleinsten der Finger fällt das ein , wie sinnbildlich erscheint mir das. Den Kindern genau zuhören, auch wenn wir häufig keine Zeit dafür haben im hektischen Alltag. Sie wissen mehr als wir glauben und stellen Zusammenhänge her, die ganz einfach und logisch sind. Ihre Wahrnehmung ist noch nicht gestört von allzu vielen Reizen, Einflüssen und Irritationen. Wir können eine Menge von ihnen lernen.

Erntedank ist eine gute Gelegenheit , mit den Kindern zu kommunizieren und sich auf ihre Gedanken einzulassen. Vielleicht ein paar Hagebutten im Wald „ ernten“ oder zusammen über das Stoppelfeld laufen um zu schauen, ob noch Kornähren dort liegen als Überbleibsel der Ernte.

Wir haben als Kinder noch in den 70er Jahren auf dem Kartoffelfeld gesessen , haben mit den abgetrockneten Kartoffelpflanzen ein kleines Lagerfeuer entfacht und nach Kartoffeln gesucht, die wir uns dann geröstet haben.  Wer kann sich auch noch erinnern an solche Momente am Stadtrand?

Ich wünsche Euch allen einen schönen Erntedank-Tag heute!

Eure Waldtochter

 

Auch auf der Erde gibt es Sterne!

  • Pilze gibt es das ganze Jahr bei uns im Wald und nicht nur im Herbst. Gestern habe ich allerdings gemeinsam mit einem der Waldkinder eine Besonderheit auf dem Waldboden entdeckt: einen Erdstern. Er ist eher selten zu finden, ist auch ungenießbar aber dafür wunderschön anzusehen. Wenn er an das Licht kommt , ist er eine unscheinbare braune Kugel und enfaltet sich dann nach und nach zu einem Stern. Lustig fanden die Kinder, dass er zur Gattung der „ Bauchpilze „ gehört.

Ein Pilzfachmann sagte mir einmal, dass er so große Vorkommen wie im Deister vorher noch nicht gesehen habe. Bei den von uns entdeckten Exemplaren handelt es sich um den gewimperten Erdstern. Na, was für ein Glück für uns!

Die Waldkinder wissen: das allermeiste vom Pilz ist nicht überirdisch zu sehen, sondern wächst sehr verzweigt unter der Erde; das sogenannte Myzel. Es zersetzt morsches Holz und sorgt dafür , dass immer wieder neuer Humus entsteht.

 

Beflügelt von dem tollen Fund machten sich gleich einige der Kinder gemeinsam mit mir auf Pilzsuche. Was wir noch gefunden haben, seht Ihr anhand der Fotos.

Pilze sind wichtig für unser Ökosystem und die Kinder passen immer gut auf, dass sie sie nicht zertreten. Denn oft haben wir schon beobachtet, dass Pilze, die für uns Menschen giftig sind, von Tieren mit Genuß verspeist werden. So fanden wir in einem Fichtenwald einmal eine große Anzahl von Fliegenpilzen(„ Kann der Pilz auch wirklich fliegen, Beate?“), auf denen Wegschnecken saßen und es sich schmecken ließen.

Pilze sind nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen näher mit den Tieren verwandt als mit den Pflanzen. Sie bilden ein eigenes Reich und gehen teilweise Symbiosen mit Pflanzen ein.

In Kürze möchte ich für den Waldkindergarten einen ganz besonderen Pilz anschaffen: den Zunderschwamm. Als Streichholz und Feuerzeug noch nicht erfunden waren, konnten die Menschen mit ihm ein Feuer entfachen. Dazu muss der Pilz, der bevorzugt an absterbenden Bäumen wächst, allerdings noch besonders behandelt werden. Er wird gekocht, getrocknet und anschliessend in Salpeter getränkt. Ich bin gespannt!

Auch Kleidung wurde in früheren Zeiten aus Zunderschwamm hergestellt. Heilkundlich wurde er zur Wundbehandlung genutzt. Erstaunlich, denn gerade über Wunden im Baum gelangt er in den Organismus und beginnt ihn zu zersetzen.

Es ist mir in meiner Arbeit immer wichtig, den Kindern solche alten Kenntnisse näher zu bringen. So bekommen sie ein Gefühl dafür, welche Bedeutung die Natur für uns Menschen hat und wie wir sie nutzen können, ohne gleich in die Apotheke laufen zu müssen. Kinder sind auf eine natürliche Art wissbegierig und neugierig. Diese Fähigkeit können wir nutzen, um sie in die Natur einzubinden und heranzuführen.

Nun wünsche ich Euch einen schönen Herbsttag und seid gespannt auf meinen Bericht vom Lagerfeuer, das mithilfe von Zunderschwamm entfacht wird.

Bis dann,

Eure Waldtochter

 

 

 

Die Liebe zur Natur habe ich weiter gegeben

Dies ist der Untersee bei Köln. Ein wirklich bezaubernder Platz, so beschreibt ihn zumindest mein älterer Sohn, und so gibt es auch das Foto wieder, das er mir vor einiger Zeit schickte. Eines von vielen, die ich von meinen beiden Kindern aus der Ferne ihrer Studienorte bekomme. Und ich stelle fest: meine Liebe und mein enger Bezug zur Natur hat auch bei ihnen Wurzeln geschlagen.

Neulich schrieb der Große mir, er stelle gerade fest, wie sehr er einen Bezug zur Natur hat, ohne selbst initiativ danach gesucht zu haben und dass die Sympathie für die Pflanzen- und Tierwelt durch mich entstanden sei. Mutter glücklich. Mehr geht nicht. Und gleichzeitig eine Aufforderung an alle Eltern: geht mit den Kindern raus, ein kleines Fleckchen Wildnis , in dem die Kinder ihre eigenen Sinneserfahrungen machen können, genügt. Sie müssen dafür nicht zwingend in den Naturentdeckerkurs gehen( zweifelsohne trotzdem eine tolle Sache!)

Geht gemeinsam mit ihnen, entdeckt gemeinsam und verbringt intensive Zeit mit ihnen in Wald und Wiese. Der Bezug zu allem, was lebt entsteht so ganz selbstverständlich. Über ihre Sinne , über das Riechen, Matschen, Fühlen, Lauschen werden sie alles begreifen und lieben lernen.

Die Äußerungen meines Sohnes sind Beleg dafür, dass diese Saat aufgeht und weiter gegeben wird. Ich bin sicher, auch seinen Kindern wird er später einmal diese Erlebnisse ermöglichen.

Nur das kann unser Weg sein in Zukunft. Die Kinder von heute lernen etwas lieben und werden es später schätzen und schützen, davon bin ich überzeugt.

Auch in der Arbeit im Waldkindergarten zeigt sich das immer wieder. Die Kinder entwickeln empathisches Verhalten gegenüber allem, was Mutter Natur ihnen zeigt.

” Mutter Erde sorgt für Dich,

Mutter Erde sorgt für mich,

Mutter Erde sorgt für uns, denn wir sind ihre Kinder…”

( Quelle:  ” Die Flüsse, sie fließen” , UNMADA Manfred Kindel )

So singen wir auf Wunsch der Kinder häufig morgens zur Begrüßung und man spürt , dass die Kinder beseelt davon sind und dies auch wirklich leben.

Und wenn nun mein Großer am Untersee sitzt oder der jüngere Sohn im Taunus unterwegs ist und mir seine Eindrücke unmittelbar schildert, dann ist dies eine Bestätigung und ein großes Glück.

Ich wünsche Euch viele solcher Glücksmomente.

Eure Waldtochter

 

 

Hallo Welt!

Mein Blog ist geboren!

Mal schauen, wie wir zwei miteinander klar kommen?.

Ich bin die Waldtochter. Die Natur ist meine Heimat, meine Kraft.Ich arbeite im Wald mit Kindern und auch in meiner Freizeit fühle ich mich nur komplett, wenn ich täglich nahen Kontakt zur Natur habe. Im Wald tanke ich auf, atme durch und hole mir Inspiration.

Ich möchte hier auf meinem Blog eigene Erfahrungen und Wahrnehmungen schildern. Ich vertrete keine Institution oder Organisation. Das, was ich schreibe, ist meine eigene Meinung und Überzeugung, die natürlich nicht von jedem geteilt werden muss. Einzig Respekt hierfür wünsche ich mir.

Begleitet mich durch die Welt der Feen, Zwerge und Waldgeister. Geht mit mir gemeinsam durch die Jahreszeiten und staunt, was man alles mit den Schätzen aus der Natur machen kann.

Ich freue mich drauf!

Eure Waldtochter