Schätze auf dem Stoppelfeld

 

 

Einmal im Jahr haben die Waldkinder Gelegenheit, auf die Felder zu laufen. Dies ist nur möglich im Spätsommer, wenn sie abgeerntet und noch nicht frisch gegrubbert sind.

Dann wird es spannend, denn nun sind wir auf Schatzsuche! Nach was wir suchen? Nach Ton- und Keramikscherben , die dort zahllos liegen.

Aber woher kommen sie?  Die Ackerbürgerhäuser  in Bad Münder hatten um 1600/1700 fast immer einen Misthaufen, auf dem die Hinterlassenschaften der Haus- und Nutztiere sowie auch sämtlicher Unrat der Hausbewohner landete. Nun, eine Müllabfuhr im heutigen Sinne gab es damals noch nicht. Aber wohin damit, wenn der Misthaufen zu hoch wurde und zum Himmel stank? Diese Frage stellte ich mir gemeinsam mit den Kindern und im Handwerkerhaus des Museums gab man uns die Antwort: der Mist mitsamt zerbrochener Krüge und anderem ” Restmüll” wurde beim Mistfahren im Winter auf die Felder rund um die Stadt gebracht.

So finden wir heute immer wieder kleine Relikte der Geschichte des Ortes. Die Kinder sind jedesmal stolz und die Scherben kommen zuhause sorgsam verwahrt in ein Schatzkästchen.

Auch Feuersteine finden wir bei dieser Gelegenheit, die hoch aus dem Norden nach der letzten Eiszeit zu uns ” geschoben” wurden. Zwei Feuersteine aneinander schlagen, und die Kinder können staunend einen Schmauchgeruch feststellen. Einen Funken für ein winzig kleines Feuer hinzubekommen, ist nicht einfach. So lernen die Kinder Geschichte, sie be-greifen sie unmittelbar.

Also, beim nächsten Spaziergang übers  Stoppelfeld die Augen ab und zu gen Boden richten. Vielleicht findet auch Ihr etwas. Und den Drachen nicht vergessen!

Viel Spaß wünscht Euch,

Eure Waldtochter

Hier nun noch ein Link zum Bürgerhaus des Museums in Bad Münder. Eine Besichtigung unbedingt empfehlenswert, auch mit Kindern!

http://www.museum-badmuender.de/buergerhaus-von-1752.html