Finchen schmeckt es auch!

Heute wurde bei uns im Waldkindergarten Apfelsaft gepresst. Tage zuvor hatten wir bei netten  „Waldnachbarn“ auf der Pferdekoppel Äpfel sammeln dürfen.

“ In meinem kleinen Apfel, da sieht es lustig aus,

es sind darin fünf Stübchen, grad wie in einem Haus!“

Schnell waren die Körbe gefüllt und wir hatten noch Zeit die Galloway-Kälber zu bestaunen, die uns friedlich wiederkäuend von der anderen Seite des Zaunes zuschauten.

Heute nun bauten wir die Apfelpresse des NABU auf, die wir uns jedes Jahr ausleihen dürfen. Die Kinder erfahren, woher Lebensmittel kommen, wie und aus was sie hergestellt werden. Das ist uns wichtig und lässt bei den Kindern eine Wertschätzung entstehen. Gemeinsam wird gewaschen , geschnippelt, kleingehäckselt und letztendlich gepresst. Heraus kommt wunderbar süss schmeckender, frischer Apfelsaft!

Der wird dann mithilfe eines Trichters in die mitgebrachten Flaschen umgefüllt und im Abschlusskreis gibt es für alle, die möchten eine Kostprobe.

Und wen entdeckten wir da in einem unserer Apfelkörbe? Finchen! Man muss wissen, alle Schnecken hier im Wald heissen irgendwie Finchen. Das muss wohl an unserer Handpuppe liegen, die den Waldkindern regelmässig Geschichten erzählt oder auf ihre ganz eigene Art und Weise Naturzusammenhänge erklärt.

Die Waldkinder wissen um die Nützlichkeit der Wegschnecke. Sie ist ein Allesfresser und verhindert Seuchen und Krankheiten im Wald, indem sie auch Aas frisst. Sie sorgt für Artenvielfalt, da sie zahlreichen Vögeln,Reptilien und Säugetieren als Nahrung dient.

Nun, Finchen tat sich gütlich an unseren Äpfeln und fühlte sich vermutlich wie im Schlaraffenland.Sie posierte gar vor der Kamera und ließ sich nicht stören. 

Nachdem wir den köstlichen Apfelsaft abgefüllt hatten und im Abschlusskreis zusammen saßen, fragten wir uns, wo Finchen wohl geblieben sei. Eines der Kinder rief plötzlich“ Da ist sie! Sie ist wohl noch nicht satt!“ Sie hatte mittlerweile den großen Kürbis erklommen, der seit unserem Erntedankfest auf dem Waldtisch thronte.

“ In unsrem Wald, da kriecht ne Schnecke.

Sie kommt ganz langsam nur vom Flecke.

Sie hat die Fühler ausgestreckt… Oh Schreck! Jetzt hat sie mich entdeckt!

Sie zieht die Fühler ein , und kriecht ins Schneckenhaus hinein.“

So heisst es in einem Fingerspiel, das die Waldkinder häufig am Ende des Frühstücks miteinander spielen.

Stolz nahm jedes der Kinder eine Flasche mit selbstgepresstem Saft mit nachhause. Und das Wissen darum, woher der Saft kommt und wie er schmeckt , wenn er frisch aus der Saftpresse kommt.

Morgen werden wir einen Ausflug zum Mesenstein machen. Der birgt eine geheimnisvolle, dunkle Geschichte. Aber die erzähle ich Euch ein anderes Mal.

Eure Waldtochter