Amanita muscaria- der Glücksbringer

Gerade kommen wir von einem kleinen Exkurs aus dem Deister und unsere Funde möchte ich Euch nicht vorenthalten: Fliegenpilze.

Amanita muscaria… was für ein wunderschöner Name für diese hochgiftige Schönheit.

Warum der giftige Pilz seit je her ein Glückssymbol ist, weiss man nicht genau. Vielleicht, weil ihm wegen seiner berauschenden Wirkung Zauberkräfte zugeschrieben wurden.Schamanen und Heilkundige nutzten sein Gift wohl dosiert als Heilmittel.

So oder so, er ist wunderschön anzusehen. Und schmackhaft für einige Waldbewohner scheint er zudem auch zu sein; fast alle Exemplare waren angefressen. So habe ich versucht sie von ihrer Schokoladenseite zu erwischen und sie haben sich gern in Szene setzen lassen.

Mittendrin im Tannenwald dann noch eine kleine Überraschung: ein Steinpilz. Eher selten entdeckt man ihn im Deister. Im gegenüber liegenden Höhenzug, dem Süntel, fand mein Opa vor 30 Jahren unzählige Exemplare. Stets in den frühen Morgenstunden, denn niemand sollte von seinen Fundstellen wissen. So hat er diese Geheimnisse mitgenommen nach seinem Tod und mir bleibt die Erinnerung an eine Köstlichkeit abends am Küchentisch der Großeltern. Pilze in der Pfanne angebraten, ein Butterbrot dazu, mehr brauchte es nicht. Vielleicht hatte dort meine Vorliebe für einfache Gerichte ihren Ursprung. Einfache, aber gute Zutaten und kein Chichi lenkt ab vom Geschmack.

Zurück zu den Fliegenpilzen. Vor einigen Tagen sahen die Waldkinder und ich einen eher unscheinbaren , braunen Pilz im Wald, der über und über mit Fliegen besetzt war. „ Das ist ein Fliegenpilz“, sagte eines der Kinder und ich freute mich über diese bestechende Logik. Mir ist nicht wichtig, dass die Waldkinder von Beginn an die Namen der Tiere, Pflanzen oder eben der Pilze kennen. Wichtiger ist mir ihre Wahrnehmung, ihre Fantasie. Da wird aus der großen Vogelmiere eine „ Sternblume“. So sieht sie aus und so nimmt sie das Kind wahr. Im letzten Jahr vor der Schule, dem „ Königsjahr“, sind sie dann wissbegierig und möchten die exakten botanischen Namen wissen. Dann verlassen sie die magische Welt, aber davon erzähle ich Euch ein anderes Mal.

Bis dahin,

Eure Waldtochter

PS. ….. zu guter letzt noch ein besonderes Exemplar, das wir gefunden haben. Wie auch immer es in den Tannenwald gelangte…. wer wurde damals eigentlich Weltmeister?

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